Hier dann der Spruch des Tages oder Wichtige Info!

 

Agur, Michael*

Gestern, am 8. April 2005 hörte Dein Herz nach nur 45 Jahren auf zu schlagen, Mehr als ein Jahrzehnt lebtest Du in Gernika, der Stadt der baskischen Freiheiten, die wie keine andere die Geschichte Deutschlands mit der des Baskenlandes verbindet.

Im vergangenen Juli versammeltest Du in Gernika uns alle, die wir in den verschiedenen deutsch-baskischen Kulturgruppen im fernen Deutschland tätig sind. Als Geschäftsführer unseres Brudervereins “Gillen Humboldt” hast Du nicht nur ein Amt bekleidet, sondern Du warst Sender und Empfänger neuer Ideen sowie unser Mediator. Sehr intensiv tauschten wir einige Stunden lang unsere Erfahrungen aus und sprachen über zukünftige Pläne wie unsere gemeinsame Web-Seite. Später führten wir unsere Debatten per Email fort, Du warst dabei der Vermittler, der immer nach dem Konsens zwischen den unterschiedlichen Standpunkten suchte. Dann veränderte die Krankheit alles.

Wir werden Dich nicht mehr sehen, aber Du hast etwas von Dir in uns allen hinterlassen. Jeder, der Dich kannte, behält eine sehr persönliche Erinnerung an Dich. Am Sonntag werden wir uns von Deinem Körper
verabschieden, aber Du wirst für immer unter uns bleiben. Du gehörst zu denen, die niemals sterben weder für uns noch für diejenigen, die Dich nicht persönlich kannten.

In den Bibliotheken und Buchläden stehen Deine BÜcher, die Archive der Zeitungen verwahren Deine Artikel, und die Bibliographien werden den Namen Michael Kasper für immer verzeichnen.

Deine Werke haben uns den Weg nach Santiago de Compostela gezeigt. Du warst der erste, der die baskische Geschichte auf deutsch veröffentlichte. Jetzt können die Deutschen, die weder des Spanischen noch des Französischen oder des Baskischen mächtig sind, sich direkt über die Vergangenheit des ältesten Volkes in Europa informieren. Dein Buch gefiel dem Korrespondenten einer deutschen Zeitung, die das Adjektiv “angesehen” trägt, überhaupt nicht. So musstest Du erfahren, wie schwierig es ist, Freund der Basken zu sein in einer Zeit, in der man nur eine Position gegenüber den Basken hat vertreten dürfen. Aber trotzdem stecktest Du nicht zurück. Du gingst Deinen Weg weiter: Du lehrtest weiterhin Deutsch und fülltest die Städtepartnerschaft zwischen Gernika und Pforzheim mit Leben. Öfters hast Du uns gesagt, die Partnerschaften seien das Wichtigste in Deiner Arbeit. Für Deine Verdienste verlieh Dir die Stadt Pforzheim die Portus-Medaille. Unzählbar sind Deine Arbeiten auf verschiedenen Ebenen für die Annäherung von Deutschen und Basken. Deiner Arbeit ist es zu verdanken, daß Pforzheimer letztes Jahr nach Gernika zum Baskischstudium kamen. Im Augenblick bewegt sich ein Friedensmarsch von dieser deutschen Stadt nach Gernika. Auch das ist ein Ergebnis Deiner Anstrengungen.

So wie Du geholfen hast in Zusammenarbeit mit dem Friedensforschungszentrum Gernika Gogoratuz die Erinnerungen der Gernikaner, die das verbrecherische Bombardement der deutschen Legion Condor 1937 überlebten, zu bewahren, so werden wir Dich in Erinnerung behalten und die Verpflichtung Deiner Frau und Deinen Kindern gegenüber aufrechterhalten.

Deine Freunde und Kollegen von “Gernika” Deutsch-baskischer Kulturverein e.V., in Berlin, Constanze Lindemann und Ingo Niebel

Berlin, Köln 8.4.2005

*Deutsche Version des spanischen Nachrufs auf Michael Kasper. Agur ist ein baskischer Abschiedsgruß.

 

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